Arbeiten für begehbare Solegänge

Bad Rohenfelde. Ein wesentlicher Teil der Bad Rothenfelder Geschichte wird sichtbar gemacht, wenn im nächsten Jahr Besuchergruppen die uralten Solegänge begehen können. Um das zu ermöglichen, haben nun Bauarbeiten begonnen.

Doch schon jetzt ist der Blick in die tiefe Baugrube spannend. Deutlich sind die Schattierungen der verschiedenen Erdschichten zu sehen. Ein Fundament für den Treppeneingang liegt bereits vor dem freigelegten Mauerwerk zum Solegang. Dieser führt von der Alten Quelle bis zum Hochbehälter des Alten Gradierwerks. Aber es ist nur ein Teil eines unterirdischen Gewölbesystems, das sich von den Quellen zu den Gradierwerken, zum Kurmittelhaus und der ehemaligen Salzsiede bzw. heutigen carpesol Spa Therme verzweigt. Eine urige Unterwelt, die im 18. und 19. Jahrhundert entstand, durch die sogar heute teilweise die Quellsole fließt.

Der Förderverein zum Erhalt der Bad Rothenfelder Gradierwerke befasste sich seit längerer Zeit damit, wie ein Zugang für das Publikum zu realisieren wäre. Einerseits ist es eine Herausforderung für einen Architekten, die Florian Reich angenommen hat. Andererseits stellte sich die finanzielle Frage, die gelöst werden konnte. 50 000 Euro steuert der Verein aus eigenen Mitteln bei, die anderen 50 Prozent stammen aus der Gemeindekasse, Sponsorengeldern und Fördermitteln des Landschaftsverbandes. „Als Bürgermeister und Kurdirektor bin ich dem Verein sehr dankbar. Bad Rothenfelde hat seinen Gästen und Bürgern einen weiteren spannenden Erlebnisraum zu bieten. Wenn diese Idee gleich gepaart mit einem Lösungsweg vorgetragen wird, übernimmt die Kur GmbH als Eigentümerin des Kurparks gern die Verantwortung als Bauträger“, erklärt Bürgermeister Klaus Rehkämper am Rande der Baustelle. Auch dabei sind die Vorstandsmitglieder des Fördervereins zum Erhalt der Bad Rothenfelder Gradierwerke e. V., Gabriele Janz vom Landschaftsverband und Thomas Ruff, Vorstand der Volksbank eG Bad Laer-Borgloh-Hilter-Melle. Mehr aus Bad Rothenfelde

Vereinsvorsitzende Angela Damhorst reflektierte kurz die einzelnen Stationen von der ersten Idee bis zum Aufstellen des Bauzauns auf der Rasenfläche zwischen dem Haus des Gastes und der Konzertmuschel. „Nur weil Frau Sieve von der unteren Denkmalschutzbehörde sich so begeistert über das gut erhaltene Gewölbe geäußert hat, haben wir unsere Pläne weiterentwickelt“ erinnert sich Angela Damhorst. Wenn die Treppe Ende November fertiggestellt sein wird, beginnen die Arbeiten im Gang. Ein Fundamentstreifen aus Beton trägt den Boden aus Lärchenholz und Gitterroste, die einen Blick auf das fließende Kolkwasser erlauben. Die Sole selbst fließt durch Plastikrohre, die die einstigen hölzernen Röhrenfahrten ersetzen. Diese Originalteile sind noch oben auf dem Gradierwerk zu sehen. Darin stecken die ebenfalls hölzernen Zapfhähne, die wegen des starken Salzgehaltes von Hand überwacht werden.

Am 26. November 2017 wird der Förderverein ab 11 Uhr eine Baustellenführung für jeden anbieten. Im Frühjahr 2018 soll dann das Band zur Eröffnung des Gangs offiziell durchgeschnitten werden.


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